Schönheit in den Augen von Bruno, Hubert und Co. Teil II

Im zweiten Teil der Serie nimmt sich Ännchen nun Renan Luce vor.

Schönheit in den Augen von Bruno, Hubert und Co.

Teil II

Vor ein paar Tagen habe ich über Lieder von Bruno Mars und Milow berichtet.
Heute steht Renan Luce – Les voisines am Programm.

Zuerst mal das Video von Renan Luce dazu (von Universal Music France):

Das Lied beginnt mit J’ai toujours préféré aux voisins les voisinesIch habe Nachbarn schon immer Nachbarinnen vorgezogen, Renan hatte sie also immer schon lieber als Nachbarn.
Am Beginn des Videos sieht man kurz eine Zeitung mit der Schlagzeile:
Accident on stage: Renan Luce hurt.
Deshalb sitzt er nun Tag ein Tag aus mit einem riesigen Gips zu Hause und hat nichts zu tun…. gut, dass er schließlich ein Fernglas findet: Renan richtet es sich in seinem salon gemütlich ein und lugt hinüber in die Wohnungen seiner Nachbarinnen und – wenn auch widerwillig – zu seinen Nachbarn und beobachtet sie.
Besonders zu gefallen scheint ihm die Nachbarin, die im Prinzip fast das gesamte Lied nur in dessous herumläuft und dabei Wäsche aufhängt, tanzt oder isst… wie im echten Leben eben ;)

Während dieses Zeitvertreibs wird er richtig sauer auf die Erfinder der Jalousie, er verflucht sie richtig: denn diese erschweren ihm die Sicht auf seine leicht (bzw. un-) bekleideten Nachbarinnen erheblich:

J’maudis les techniciens dont les stores vénitiens découpent en tranches la moindre pervenche déshabillée.

(Ich werde euch so wie hier immer den original französischen Text am Ende meiner Übersetzungen bzw. Erklärungen hinschreiben, damit ihr euch orientieren könnt.)

Auch die Erfindung des Wäschetrockners kommt ihm nicht zu Gute, denn so muss die Wäsche erstens nicht mehr am Balkon und somit in seinem Blickfeld zum Trocknen aufgehängt werden und weiters kann er seine reizenden Nachbarinnen beim Auf- und Abhängen nicht mehr begutachten:

Je maudis les méninges inventeurs du sèche-linge, plus de lèche-vitrines à ces cache-poitrines que tu séchais.

Diese Textzeile beinhaltet noch etwas Interessantes: le lèche-vitrine bedeutet Einkaufs- bzw. Schaufensterbummel.
Renan sieht seine Tätigkeit hier demnach schlicht und einfach als „Schaufensterbummel“, was ich sehr krass finde! Auch hier also ein Frauenbild, welches Frauen auf ihr Aussehen reduziert und sie lediglich über ihre Äußerlichkeiten definiert!
Dies wird auch an folgender Stelle deutlich, an der ein weiterer Grund geäußert wird, weshalb er seine Nachbarinnen seinen Nachbarn vorzieht: nachdem sie eine Stunde lang ihren Kleiderschrank durchsuchen, finden sie schlussendlich doch die perfekte Jean, die sie natürlich in Renans Blickfeld anziehen:

J’ai toujours préféré aux voisins les voisines qui vident leurs armoires en quête d’une décision. Dans une heure environ tu choisiras le jean, tu l’enfileras bien sûr dans mon champ de vision.

Doch glücklicherweise bekommt Renan schon seine „gerechte“ Strafe:

Puis des épais rideaux et c’est la goutte d’eau: un ravalement d’façade me cache ta palissade. Une maison de retraite construite devant ma f’nêtre. Sur un fil par centaines sèchent d’immenses gaines.

Vor seinem Fenster wird ein Altersheim errichtet.
Somit kommen seine Spanner-Nachmittage (Spanner heißt auf französisch übrigens Voyeur, was ich sehr witzig finde, denn es kommt vom Wort voir: sehen.) zu einem jähen Ende, denn die Sicht auf die trocknende Unterwäsche – wenn sie nicht e schon im Wäschetrockner ist ;) – seiner jungen, knackigen Nachbarinnen wird ihm verdeckt durch riesige Hüfthalter und Mieder seiner neuen Nachbarinnen…

Ich hoffe, ich konnte die Hürde dieses fremdsprachigen Textes überwinden und euch einen guten Einblick in das Lied geben.

Beinahe fremdsprachig wird’s vielleicht für einige unter euch auch beim nächsten Lied: Hubert von Goisern – Koa Hiatamadl.

Da mich mein Studium leider gerade sehr davon abhält, viel Zeit mit anderen als mit Unidingen zu verbringen, muss ich euch was dieses Lied anbelangt leider aufs nächste Mal vertrösten.

Aber ihr habt schon mal Zeit, reinzuhören:

Euer Ännchen.

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